16.06.2025 - 3 Einwohnerfragestunde
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3
- Gremium:
- Stadtausschuss Damgarten
- Datum:
- Mo., 16.06.2025
- Status:
- gemischt (Sitzungsgeld freigegeben)
- Uhrzeit:
- 18:00
- Anlass:
- Sitzung
Wortprotokoll
Der Ausschussvorsitzender Ilchmann übergibt das Wort an Herrn Dr. Eska. Dieser stellt sich als praktizierender Hausarzt in Bad Sülze sowie als Kreisstellenleiter der kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Stralsund vor.
Herr Dr. Eska trägt die Fakten vor, dass die Stadt Ribnitz-Damgarten derzeitig bei der Zahl der Hausärzte gegenüber der Zahl der Einwohner gut versorgt ist. Für den Gesamtbereich Ribnitz-Damgarten (von Saal bis Marlow) ist derzeit eine Haushaltsstelle für Hausärzte frei. Bei dem Versorgungsgrad an Hausärzten im Bereich Ribnitz-Damgarten droht in den kommenden 5 Jahren eine Unterversorgung. Innerhalb dieser Gesamtbereiche steht es den Hausärzten frei, wo Sie die Patienten versorgen. Zukünftig wird es eher darauf hinauslaufen, dass diese Bereiche noch vergrößert werden. Bei Fachärzten sind diese Bereiche schon größer. Hier steht es dem Facharzt frei, den Standort seiner Praxis in z.B. Ribnitz-Damgarten oder eben auch in Stralsund zu wählen. Daher gibt es bei bestimmten Fachärzten derzeit eine Überversorgung. In der Stadt Ribnitz-Damgarten ist jedoch derzeit als Beispiel eine Kinderarzt- sowie eine Augenarztstelle frei. Die Bedarfsplanung für die Anzahl der Ärzte wird in Schwerin vorgenommen, wo dann Krankenkassen und Ärzte zusammenkommen.
Um zukünftig Ärzte für die eigene Stadt anzuwerben, sollten die Städte daher etwas anbieten, z.B. Baugrundstücke, wo die Ärzte bauen oder sich niederlassen können. Als weiteres Beispiel benennt Herr Dr. Eska die Werbekampagne für die Nachbesetzung des damaligen Landarztes in Saal.
Dem Einwohner Herr von Lühe wird Rederecht erteilt. Er schildert aus seinem eigenen Umfeld die Schwierigkeit bestimmte Fachärzte zu erreichen. Herr Dr. Eska sagt dazu, dass nicht jeder Patient einen Haus- bzw. Facharzt direkt vor der Haustür haben kann. Es müssen auch längere Wege in Kauf genommen werden.
Herr Bladt fragt nach dem Modell der MVZ. Herr Dr. Eska antwortet, dass es seit einiger Zeit möglich ist, dass auch Gemeinden MVZ betreiben. Derzeit lassen sich ca. 30 %, der vorrangig jungen Ärzte, bei den MVZ anstellen. Da sie dann das wirtschaftliche Risiko einer eigenen Praxis nicht mehr haben. Herr Dr. Eska trägt vor, dass es am 05.06.2025 auf Einladung der KV, auf einer Veranstaltung des Städte- und Gemeindetages, einen Vortrag gab, in dem Fördermöglichkeiten für die Niederlassung sowie Ausbildung von Ärzten vorgestellt wurden. Leider war kein Vertreter der Stadt Ribnitz-Damgarten vor Ort. Im Herbst wird es diese Veranstaltung erneut geben. Herr Dr. Eska legt der Stadt nahe, sich diesen Vortrag anzuhören.
Es gibt keine weiteren Fragen der Ausschussmitglieder, Herr Dr. Eska wird verabschiedet und verlässt die Ausschusssitzung.
